4 Tage Pferdearbeit/Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd im Oktober 2019

Abschlussbericht der 4 Tage Pferdearbeit/Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd für 8 Erwachsene Personen mit  psychischer Behinderung vom  24. Oktober bis 27. Oktober 2019 auf dem Islandpferdereithof Piber in St. Radegund/Oberösterreich mit Karl Piber und Karin Lorenz-Hallé: 

Es nahmen 8 bzw. 7 erwachsene Personen mit akuten und chronischen psychischen Beeinträchtigungen teil.
Folgende Krankheitsbilder waren vertreten: Schwere und auch chronische Depressionen; Bindungsstörung; DIS = Dissoziative Identitätsstörung. 

Für die diesjährige  Gruppe waren vor allem die Themen: in Bewegung kommen, aktiv werden und die Komfortzone zu verlassen, die man sich vor allem durch die langjährige Erkrankung aufgebaut hat.
Die Themen lauteten: Vertrauen aufbauen zum Pferd, zu Menschen, zu teilweise fremder Umgebung. Ferner sollten sie sich eine klare Definition erarbeiten, was der Mensch in der Pferdearbeit will und dies auch klar beim Pferd durchsetzen.

Jede/r Teilnehmer/in bekam am Donnerstag für die 4 Tage ein persönliches Pflegepferd zugewiesen. Diese Pferde waren sehr junge, gut ausgebildete Pferde, die auch im Sport eingesetzt werden, aber auch zwei ältere Wallache der anwesenden Islandpferde. Am ersten Tag wurde Basiswissen über das Funktionieren von Pferdeherden, sicheres Verhalten in der Herde und am Pferd,sowie Pferdepflege und Pferdeführen vermittelt.

Folgende Einheiten wurden während der 4 Tage angeboten:b_300_400_16777215_01_images_Bericht1910_2.jpg

  • Führen des Pflegepferdes in der Gruppe, auf dem Dressurplatz mit dem Erlernen der richtigen Kommandos wie vor allen Dingen dem Anhalten eines Pferdes und Geradeaus führen. Ein Gruppenspaziergang außerhalb des Hofes befasste sich mit dem Thema, nicht fressen lassen, Abstand halten etc.
  • 2x Bewältigung eines schwierigen Parcours mit dem Pferd, auch mit Pferdetausch
  • Spaziergang allein mit dem Pferd im Gelände und Wald
  • Freiarbeit im Roundpen
  • Führen des Pferdes ohne Strick nur durch Körpersprache
  • Sitzen auf einem Pferd das erste Mal (ohne Sattel) und es spüren, aber auch eine erste Reitstunde auf dem Pferd erleben.   

All diese Übungen von pferdegestützter Begleitung  waren wieder einmal Grundlage dafür, damit die Teilnehmer/innen folgende persönliche Themen angehen konnten wie

  • Angstbewältigung und Mut schöpfen,
  • Selbstvertrauen, Selbstwert stärken,
  • Unsicherheit überwinden,
  • bei-sich bleiben in schwierigen Situationen, 
  • gefordert werden,
  • Selbstabgrenzung stärken,
  • Nein-Sagen lernen, entschleunigen,
  • Entspannung und Erdung,
  • Kraft und Energie aufbauen,
  • den Spiegel der Pferde nutzen und Orientierungshilfen fürs Leben zu bekommen.

Ziel von uns war auch dieses Mal die Gruppe zu fördern, vor allem sich selbst zu motivieren und sich immer mehr zu zutrauen. Sie konnten sich jederzeit außerhalb der festen Kurseinheiten ihre Pflegepferde holen oder sich  in den Herden aufhalten, anderen Reit- und Trainingsstunden beiwohnen usw.; dies wurde von allen genutzt.

Die Gruppe setzte sich aus 5 Personen zusammen. die drei mal über Nacht blieben und 1 Person, die übers Wochenende blieb und 2 Personen, die Heimfahrer/innen waren. Am Abend saß man teilweise gesellig uns spielend zusammen oder/und unterhielt sich.

Als Resümee läßt sich 2019 sagen, daß alle Teilnehmer/Innen sehr aktiv waren, bei den meisten anders, als sie in ihrem Alltag vor den Pferdetagen gelebt hatten. Diese Aktivität hat sie stark gemacht und in der Abschlußrunde waren fast alle sichtlich zufrieden und glücklich, wie viel sie  in diesen 4 Tagen geschafft hatten.  Eine Person war sehr erschöpft und konnte nicht mehr der Gruppe mitteilen, wie es ihr ging. Die Gruppe war außergewöhnlich harmonisch und positiv gestimmt, was bei den Teilnehmer/innen bewirkt hat, daß sie sich auf dieses Abenteuer von Anfang bis Ende einließen und Dinge erleben konnten. Sie hätten vorher nie für möglich gehalten, sich dies zuzutrauen. 

Neben Lerninhalten zur Psyche des Pferdes, Kommunikation mit Pferden konnten sie vor allem an sich selbst positive Veränderungen in der Begegnung mit Pferden erleben.

Die pferdegestützte Begleitung mit psychisch kranken Menschen ist eine ganz besondere und sehr effektive  Art, über das Pferd auf der einen Seite motivierende, auf der anderen Seite bei Bedarf tief entspannende Begleitung zu erfahren oder eine verhaltensändernde Entwicklung angehen zu können.
Diese Maßnahme war ein voller Erfolg!

Vielen Dank an den Förderverein Reiten für Behinderte e.V. von allen Teilnehmer/innen und auch von uns, dem durchführendem Team! Ohne diese Unterstützung hätte so eine wertvolle Maßnahme nicht durchgeführt werden können!
Danke!

Vielen Dank auch dem Team des Islandpferdereithofs Piber, insbesondere Karl Piber, der mit seiner Empathie für Mensch und Pferd und seinem unschätzbarem Wissen über Pferde und seiner positiven Haltung Menschen gegenüber, den Boden bereitet, damit die Teilnehmer/innen über sich hinaus wachsen konnten.

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